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Russische Waisenkinder, Salsa-Tanz und Maui würden Sie auf Anhieb vielleicht nicht unbedingt in einem Atemzug nennen. Doch dann kennen Sie wohl Kirill Bogouslavski noch nicht. Der Mann mit dem Spitznamen Kira lebt noch nicht lange auf Maui, doch seine Energie, sein Tatendrang und seine Philosophie haben ihn schnell zu einem wichtigen Teil unserer Gesellschaft werden lassen. Seine innovativen Ideen und sein unermüdlicher Einsatz für einen guten Zweck machen ihn zu einem Menschen, den man schwer übersehen kann.Kira wurde in der Ukraine geboren. Als er 2 Jahre alt war, zog seine Familie nach Wladiwostok, wo er bis zu seinem 25. Lebensjahr wohnte. In Russland studierte er Informatik (mit einem kleinen Ausflug in japanische Wirtschaftsstudien) und arbeitete nach seinem Abschluss in einem Joint Venture zur Einführung US-amerikanischer Supermarktketten in Russland. Als Teil seiner Arbeit reiste er nach Columbus, Ohio, um bei der Ausbildung russischer Abteilungsleiter für den neuen Markt zu helfen. Dort studierte er an der Ohio State University und machte seinen Abschluss im Fach Investment Management mit dem Spezialgebiet Finanzmodelle. Seine Ausbildung finanzierte er durch die Arbeit als Universitätshilfskraft an der Informatikfakultät. Nach seinem Studium arbeitete er als Investment Management-Berater in Ohio. Ein Jahr verbrachte er in Basel in der Schweiz, wo er an der Bank for International Settlements für die Datenorganisation und die Entwicklung neuer Technologiesysteme verantwortlich war. "Ich dachte damals, ich hätte mein Karriereziel erreicht", sagt Kira. "Ich verdiente sehr viel Geld. Ich hatte einen guten Ruf in der Branche." Ihm wurde bewusst, dass er über die Fähigkeiten und die Erfahrung verfügte, um "viel Geld zu verdienen und jederzeit zu tun, was immer ich wollte." Doch gleichzeitig wurde ihm etwas anderes klar: "Ich fand in meiner Arbeit keine Erfüllung." Über sein Leben zu dieser Zeit sagt er: "Ich lebte in Europa, reiste viel und zahlte keine Steuern. Doch irgendetwas fehlte mir. Also nahm ich mir 6 Monate unbezahlten Urlaub und versuchte herauszufinden, was ich als nächstes machen wollte." Er reiste nach Buenos Aires, wo er intensive Sprachkurse belegte und Unterricht in Salsa und argentinischem Tango nahm. "Dort kam mir die Idee, dass ich etwas für einen guten Zweck tun wollte", erklärt er. Seine Wohltätigkeitsarbeit sollte ihm selbst kein Geld einbringen. Stattdessen suchte er einen "Teilzeitjob, an einem netten Ort." Er musste ganz von Anfang an anfangen. "Ich hatte keine Ahnung, wie ich es anstellen sollte und musste mir alles selbst erarbeiten. Was ich wusste war, dass ich an einem besonderen Projekt arbeiten wollte, das 100 Prozent nachvollziehbar sein sollte. Es sollte keinen Zweifel drüber geben, wohin das Geld floss und wofür es verwendet wurde." Möglicherweise aufgrund seiner Erlebnisse als Teenager beschloss er, sein Projekt Waisenkindern in Russland zu widmen. Als Jugendlicher hatte Kira an einem Programm mitgearbeitet, bei dem 50 verhaltensgestörte Kinder aus verschiedenen Waisenheimen drei Monate in einem Camp in der freien Natur verbrachten, wo ihnen Werte wie Freundschaft und Vertrauen näher gebracht werden sollten. "Es gab keine Regeln. Die Kinder lernten nur aus ihren Erfahrungen," erläutert er. "Sie lernten, dass es wichtiger ist zu geben als zu nehmen. Wenn sie ins Waisenhaus zurückkehrten, waren sie in ihrem Innern verändert, wie eine Blume, die zu blühen beginnt." Nach seiner Zeit in Buenos Aires ging Kira zurück nach Russland, um Waisenhäuser zu finden, die Hilfe gebrauchen konnten und deren Leiter nicht nur daran interessiert waren, die eigenen Taschen zu füllen. Er wählte sechs Heime aus. "Ich möchte nur mit Leuten arbeiten, denen ich wirklich vertrauen kann," erklärt er. Zum Beispiel mit dem Mann, der die kreative Idee hatte, einen alten Eisenbahnwaggon als zusätzlichen Schlafraum für die Kinder auszustaffieren und der sogar sein eigenes Apartment untervermietete, um mehr Geld für Essen zu beschaffen. Er selbst schlief in einer Ecke im Heim. "Mir wurde klar, wie viel Geld benötigt wurde," erzählt Kira. "Diese Leute waren sehr arm. Dennoch gaben sie alles für die Kinder. Ich beschloss, ihnen meine gesamte Zeit zu widmen. Ich dachte mir, dass ich mit bescheidenen Ansprüchen ungefähr zwei Jahre von meinen Ersparnissen würde leben können." Kiras Umzug auf die Insel Maui, die er bereits zuvor besucht hatte, war etwas wie eine Vorherbestimmung für ihn. Eine Woche nachdem er entschieden hatte, Maui als seinen Wohnsitz auszuwählen, hatte er bereits sein Haus in Ohio verkauft und ebenso seine Autos und alle anderen Luxusspielzeuge, die er während seiner Karriere angesammelt hatte. Er behielt nichts außer dem Zubehör für seinen Flugdrachen (den er bislang noch nicht wieder eingesetzt hat) und einer Tasche mit Kleidung. Die Fluggesellschaft, bei der er zahlreiche Gratismeilen angesammelt hatten, teilte ihm mit, dass ein Flug nach Maui entweder erst in einem Jahr oder sofort am selben Abend frei würde. Kira rief einen Freund auf Maui an. Und dieser suchte gerade zufällig einen neuen Mitbewohner. "Als ich aus dem Flugzeug stieg, fühlte ich, dass mich Maui willkommen hieß," sagt Kira. "Maui gibt mir sehr viel Kraft. Das erste Mal in meinem Leben spürte ich eine unglaublich starke Quelle der Energie." Während seiner Arbeit am Aufbau der Hilfsorganisation und der Website benötigte er nur drei Stunden Schlaf pro Nacht, "da ich ein solches Energiegleichgewicht spürte." In dieser Anfangsphase verwandelte Kira seine Computerkenntnisse und sein Wissen als Systemanalytiker durch seine Inspiration in pure Kreativität. Die Website (www.iOrphan.org) ist wirklich beeindruckend und trägt Kiras Wunsch nach vollständiger Transparenz Rechnung. Hier finden Besucher alle Informationen über die Organisation: rechtliche Verordnungen, Artikel über die Vereinsgründung, Dokumentation der Organisationstätigkeit, Infos zur freiwilligen Online-Mitarbeit bis hin zu Beschreibungen aller Waisenheime mit Fotos. Jedes Projekt ist beschrieben, und die erforderlichen Mittel werden genau angegeben, zum Beispiel das Waisenheim in Wladiwostok, für das dringend eine Waschmaschine benötigt wird. Regelmäßig aktualisierte Aufstellungen der eingegangenen Spenden und der noch benötigten Gelder sowie die Namen der Personen, die Beiträge geleistet haben, sind für die einzelnen Projekte aufgeführt. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Projekts werden "Vorher"- und "Nachher"-Bilder sowie Dankesschreiben veröffentlicht. Kiras Vater in Wladiwostok und seine Mutter und Schwester in St. Petersburg stellen ihre Hilfe dabei gerne zur Verfügung. Mit seiner Erfahrung im internationalen Bankgeschäft sorgt Kira dafür, dass möglichst wenig oder gar keine Spendeneinnahmen beim Umtausch zwischen den verschiedenen Währungen verloren gehen. Nahezu im Alleingang hat Kira eine internationale Hilfsorganisation ins Leben gerufen, die vollständig auf freiwilliger Mitarbeit basiert. Und das Beste für ihn ist, dass er dabei auf Maui leben kann. Und was hat Salsa damit zu tun? Nun, Kira ist ein begeisterter Tänzer. "Seit meiner frühesten Kindheit konnte ich mir Choreographien im Kopf ausmalen," erklärt er. Aber als junger Mann bestärkte man mich im Sport, nicht im Tanz." In Ohio nahm er an einem Standardtanzwettbewerb für Anfänger teil und gewann den zweiten Preis. Aber erst während seines Aufenthalts in der Schweiz entdeckte er seine wahre Leidenschaft für Salsa und argentinischen Tango. Diese beiden Tanzstile sind sehr unterschiedlich", sagt er. "Doch sie haben eines gemeinsam: Man tanzt sie aus dem Herzen." "Salsa ist ein sportlicher, schneller, leidenschaftlicher und kreativer Tanz", erklärt Kira. "Der argentinische Tango ist technisch sehr ausgefeilt und präzise und basiert auf einer starken Partnerschaft zwischen den Tänzern. Diese intensive Verbindung habe ich erst zwei Mal in meinem Leben erlebt", schwärmt er. Und wie hängt das nun mit den Waisenheimen zusammen? Seit seinem Umzug nach Maui organisiert Kira Tanzveranstaltungen im Hapa's, um Geld für die Waisenkinder zu sammeln. Der Eintrittspreis für die Veranstaltungen ist minimal, doch die Besucher können gerne mehr spenden. Die Musiker stellen ihre Dienste gratis oder für einen Bruchteil ihres normalen Honorars zur Verfügung, und alle haben viel Spaß. Bisher hat Kira drei High Energy-Tanzpartys veranstaltet. Bei der letzten Party, zu der sich ca. 200 Besucher einfanden, wirkten einige von Mauis besten Tänzer mit. Kira hofft auf die Mitarbeit weiterer Tanzgruppen, zum Beispiel von Gesellschaftstanzvereinen, die Interesse an ähnlichen Wohltätigkeitsveranstaltungen haben. Die nächste Freitagabendveranstaltung Ballroom Dance Party im Columbus steht bereits auf dem Plan. Manche Leute hier haben Bedenken bei Spenden für wohltätige Zwecke außerhalb der Insel, da es so viele Bedürftige auf Maui gibt, doch Kira sieht das anders. "Es gibt so viele gute Zwecke, die unserer Unterstützung bedürfen", sagt er. "Ich bin dafür, den Reichtum zu teilen. Auf diese Weise können wir unsere Welt wieder ins Gleichgewicht bringen. Wenn man etwas von seinem Besitz für andere gibt, ist das ein gutes Gefühl. "Wenn das, was ich tue, andere Menschen dazu inspirieren kann, Geld für ihre Kirchengemeinde oder andere Organisationen zu spenden, freut mich das. Es ist bereits ausreichend Geld vorhanden. Die Frage ist nur, wie es aufgeteilt wird. Wenn wir ein Stück des Kuchens abbekommen, heißt das nicht, dass der Kuchen insgesamt größer wird: Wir nehmen es ja niemandem weg", erläutert er und zitiert den dritten Artikel der Verfassung seiner Organisation: "Die öffentliche Aufmerksamkeit soll auf die Bedürfnisse aller mittellosen und benachteiligten Kinder gerichtet werden." "In meinem Herzen glaube ich, dass Kinder immer an erster Stelle kommen sollten," sagt Kira.
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| © 2005 Ascent Russian Orphan Aid Foundation. Alle Rechte vorbehalten. Leider sind noch nicht alle unsere Seiten auf Deutsch übersetzt. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten. |